Großbritannien

Das Britische Königreich hat zweifellos eine sehr lange und reichhaltige Schachtradition. Dies drückt sich auch in der Vielzahl verschiedener Schachfiguren-Typen und Stile aus. Nicht ohne Grund wurden die heute zum Standard gewordenen Figuren vom Staunton-Typ aufgrund ihrer Robustheit und Praktikabilität vom Weltschachbund FIDE zum offiziellen Spielfigurentyp benannt. Die gewerbliche Schachfigurenproduktion brachte in Großbritannien aber bereits vorher, vor allem am Beginn des 19. Jahrhunderts eine Reihe hervorragender Hersteller von Schachfiguren hervor, deren Schachspiele bei Sammlern auch heute hohe Anerkennung und Wertschätzung erfahren: Calvert, Lund, Fisher, Merryfield u.a.. Auch Spiele der Firma Jaques, die um 1849 den Staunton-Typ patentieren ließen, für die der berühmte englische Meister seinen Namen gab oder die der British Chess Company sind heute begehrte Sammelobjekte.


Deutschland

Auch in Deutschland fand das Schachspiel bereits vom Mittelalter an eine weite Verbreitung. Das kurz vor Ausbruch des 30-jährigen Krieges 1616 in Leipzig erschienene "Schach-und König-Spiel" des Herzogs von Braunschweig, Pseudonym Gustavus Selenus, gilt als das erste umfassende Schachlehrbuch in deutscher Sprache und zeigt in einigen Kupferstichen bereits Darstellungen von Schachfiguren mit Etagen- oder Ballusterform. Diese Spielfigurenform, die später mit dem Pseudonym des Herzogs als Selenustyp bezeichnet wurde, erfreute sich besonders im 18. und 19. Jahrhundert großer Beliebtheit und wurde bereits in diesem Zeitpunkt in Werkstätten auch in größeren Stückzahlen gefertigt. Traditionsreich ist auch die Schachfigurenherstellung im Erzgebirge, die Ende des 18.- und im Laufe der 19. Jahrhunderts ihren Aufschwung nahm. Hier entstanden im Laufe der industriellen Revolution Schachfabriken. Namen wie Uhlig, Arnold, Wittig und Zänker sind auch heute noch vielen Sammlern ein Begriff. Das Schachdorf Borstendorf war einst ein Zentrum industrieller Schachspiel und -brettherstellung. In Erbach wiederum wurden Schachfiguren aus Elfenbein geschnitzt. Geislingen an der Steige ist berühmt für seine Beinschnitzereien. Dagegen  wurden und werden in Meissen, Fürstenberg, Sitzendorf und Rudolstadt-Volkstedt Schachfiguren aus Porzellan produziert.


Frankreich

In Frankreich nahm besonders im 18. und 19.Jahrhundert das Schachspiel einen großen Aufschwung. In der berühmten Encyclopedie Diderot (1751-1772) sind auf Musterblättern Schachfiguren dargestellt, deren Form als Vorläufer für die später in Mode kommenden Directoire- und Regence-Spiele angesehen werden kann. In dieser Zeit stand auch das berühmte Schachcafe, Cafe de la Regence,  in Paris in seiner Blüte, nach welchem schliesslich der entsprechender Figurentyp benannt wurde. Zwar wurde diese Art von Figuren im Laufe des 19. Jahrhunderts in der Schachwelt beim Turnierspiel mehr und mehr von Schachfiguren vom Staunton-Typ abgelöst, sie blieb dennoch in Europa bis ins 20.Jahrhundert hinein populär. Die Eleganz dieses französischen Figurentyps bleibt unerreicht und fasziniert auch heute noch die Sammler. Andere berühmten französische Figurentypen wurden nach Städten oder Regionen benannt, in welchen sie gefertigt wurden, wie Lyon oder Dieppe.                  


Österreich

Text folgt in Kürze


Niederlande

Text folgt in Kürze